In Ingolstadt laufen die Uhren langsamer

In Ingolstadt werden zum Beispiel auch Autos produziert, wer hier etwas Auf-oder abzuladen hat sollte viel Zeit einplanen. Bei den Ingolstädter ist es wie in allen Autwerken in Deutschland, der LKW wird als rollendes Lager benutzt.

Wenn man bei den langen Wartezeiten dem Treiben der Mitarbeiter so zuschaut, kommt man zu dem Entschluss, hier einen Job zu haben ist wie ein Lottogewinn. Ruhig und gelassen ohne Leistungsdruck, drei Schritte vorwärts, einen zurück bewegen sich die Mitarbeiter, immer in Ruhe. Vom Leistungsdruck ist hier nichts zu spüren, abgesehen von den Fließbandarbeitern.

Den Mitarbeiter in der Warenannahme sowie den Abladern könnte man beim Laufen die Schuhe besohlen.

Ein Trucker der im Jahr unzählige Be-und Entladestellen hat, kann vergleiche ziehen. Im Vergleich zu vielen anderen Firmen, arbeiten die Mitarbeiter der Autoindustrie im Schneckentempo. Die Verlader sollte man in einen Hafen schicken, dort würden sie lernen das es auch zügig geht.

Selbst ein Wandersmann hat einen schnelleren Schritt. So richtig gemütlich geht es zu, hier könnte man dick und rund werden. Man muss sich nur umsehen. Die Fitnesscenter in Ingolstadt müssen rosige Zeiten haben. Wer ausgeruht von der Arbeit kommt, muss sich in seiner Freizeit bewegen.

Hier ist alles so toll organisiert, das trotz Terminfracht und Zeitfenster so mancher (sehr viele) LKW sechs bis sieben Stunden warten muss. Wozu dann noch just in time?

Die LKW Fahrer müssen um ihr Zeitfenster einhalten zu können im Straßenverkehr fahren auf Teufel komm raus und wenn es knapp wird noch ihre Fahrzeit überziehen, nur um pünktlich zu sein, um dann sechs bis sieben Stunden warten zu können bis sie entladen werden. Aber warum? Zu viele Leute in der Organisation der Warenbestellung? Oftmals kann aus Platzgründen die Ware nicht abgeladen werden.

Man kann also warten, ein Piepser erinnert dann daran jetzt wird man abgeladen. Leider weis man nie wann es piepst, so kann man sich noch nicht einmal aufs Ohr legen. Besser wäre die Einhaltung des Abladetermins so wie im Zeitfenster vorgesehen. Mit dem Piepser auf die Toilette, unter der Dusche oder zum Essen, da kann kein Fahrer entspannen. Die Wartezeit zählt laut Gesetz als Pause.

Tritt ein Problem auf, werden die LKW Fahrer sehr unhöflich behandelt. Übt ein Fahrer Kritik oder hat einen Vorschlag, wie es schneller gehen könnte, drohen die Mitarbeiter mit Hausverbot, auch wenn es unbegründet ist. Dies nutzen die Mitarbeiter in ihren eigenen Interessen aus und fühlen sich erhaben über ihre Machtstellung.

Versucht man in der Warteschlange zu schlafen, muss man immer auf dem Sprung sein, denn jederzeit könnte es piepsen. Also heißt es hinterm Lenkrad zu schlafen, was keinesfalls sehr erholsam ist.

Oder ist es so gewollt? Ist nicht die Möglichkeit eingeplant, je mehr Fahrer überfordert und übermüdete sind, je mehr Unfälle, je mehr kaputte Autos, je mehr neue Fahrzeuge lassen sich verkaufen!

Wer Leergut laden soll hat schlechte Karte, hier gibt es keinen Piepser, selbst wenn das Warten Stunden dauert, die Blicke müssen ständig zum Verlader gehen. An ein Ausruhen ist hier nicht zu denken. Fallen die Augen zu und man verpasst den Staplerfahrer, der mit Handzeichen auf das Verladen aufmerksam macht, bleibt man stehen.

Ein Fahrer der die ganze Nacht auf Achse war, um pünktlich zu sein, nutzt die Wartezeit sowie die Entladezeit gleich wieder als Schichtpause, ohne ein Auge zu schließen.

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