Neuwagenkauf: Wer sich für Fahrerassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Auf dem Weg ins Autohaus schwirren einem viele Fragen durch den Kopf. Vielleicht hat man ein oder zwei Marken, die man favorisiert, auch die Motorstärke, Innenausstattung und Farbe sind Punkte, die man beim Autokauf bedenkt – die Liste lässt sich beliebig fortführen. Besonders wichtig sollte einem aber das eigene Leben sein, gibt Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zu bedenken: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit.

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Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

Der DVR empfiehlt daher, sich vor dem Autokauf umfassend mit dem Thema Fahrerassistenzsysteme auseinanderzusetzen. Die weitgehend unsichtbaren Helferlein sind allzeit bereit und überwachen das Umfeld, greifen aber nur dann ein, wenn eine kritische Situation eintritt. So wird der Fahrspaß nicht getrübt.

Tipp 1: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Fahrerassistenzsysteme, die für Ihr Fahrzeug angeboten werden. Zu den wichtigsten System gehören:

In letzter Sekunde: der Notbremsassistent schützt

Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, eine zögerliche Reaktion – und der Aufprall auf ein Hindernis scheint unvermeidlich. Hier hilft der Notbremsassistent: Wenn er bemerkt, dass eine Kollision droht, erkennt er das frühzeitig. Die Folge: Der Autofahrer wird gewarnt oder – wenn der Bremsdruck auf das Pedal nicht ausreichend stark ist – er wird beim Bremsen unterstützt.

So sorgt der Notbremsassistent dafür, dass weniger Unfälle passieren. Ist eine Kollision mit einem Hindernis unausweichlich, mindert der Notbremsassistent die Geschwindigkeit und damit die Stärke des Aufpralls, so dass Insassen und Fahrzeuge geschützt werden.

Entspannt durch den Verkehr mit dem Abstandsregler

Hand aufs Herz: Autofahren macht am meisten Spaß, wenn die Autobahn leer und das Tempo unbeschränkt ist – oder wenn man die Bundesstraße inmitten malerischer Landschaft ganz für sich allein hat. In der Realität ist man meist nicht allein auf der Straße, verbringt die eine oder andere Stunde auf der gut gefüllten Autobahn oder im Stau. Gut, wenn ein Abstandsregler an Bord ist – der Abstandsregler passt die eigene Geschwindigkeit an die Situation an.

Ist freie Bahn, greift er nicht ein. Erkennen die Sensoren ein langsames Fahrzeug vor dem Wagen, passt das Fahrerassistenzsystem die Geschwindigkeit entsprechend an, so dass die Insassen immer einen sicheren Abstand zum Vordermann haben.

Auch im Stau ist der Abstandsregler praktisch und schont die Nerven: Zunächst abgebremst durch den stehenden oder langsam fahrenden Vordermann, folgt das eigene Auto nach dem Stillstand automatisch wenn das voranfahrende Fahrzeug wieder losfährt.

Mit dem Spurhalteassistenten immer in der Spur

Von der Spur abzukommen ist ein heikles Unterfangen – schnell läuft man in einem solchen Fall Gefahr, ein anderes Auto zu touchieren. Damit man seine Spur jederzeit halten kann, unterstützt der Spurhalteassistent. Er erkennt die Fahrspurmarkierungen vor dem Auto und registriert, wenn der Fahrer einer Begrenzungslinie zu nahe kommt.

In dem Fall warnt der Spurhalteassistent durch eine Vibration des Lenkrads oder einen Ton; einige Systeme lenken auch sanft dagegen. Der Vorteil des Spurhalteassistenten: Im Gegensatz zum Menschen ermüdet er nicht und bleibt die ganze Zeit aufmerksam. Auch nach einer langen Flugreise wenn man am Zielort einfach nur noch ins Hotel will…

Alles im Blick – der Spurwechselassistent

Wer schnell zum Ziel kommen will, ist meist auf der Autobahn unterwegs. Dabei ist in der Regel der ein oder andere Spurwechsel zu absolvieren, schnell hat man ein anderes Fahrzeug übersehen wenn man ausscheren will und es kommt zu einer kritischen Situation. Das muss nicht sein: Der Spurwechselassistent überwacht den Bereich neben und hinter dem Auto und den besonders kritischen toten Winkel.

Lässt sich durch das Fahrverhalten auf einen geplanten Spurwechsel schließen, warnt das System über eine Anzeige im Seitenspiegel und einen Warnton. Die Gefahr einer Kollision ist gebannt.

Stressfrei einparken dank Parkassistent

Gerade in Städten sind Parkplätze oft Mangelware. Schätze ich die Dimensionen richtig ab? Passt das Auto in die Lücke? – Diese Frage beantwortet der Parkassistent, dessen Sensoren automatisch nach einer passenden Lücke suchen und anschließend den Weg in die Lücke berechnen.

Der Parkassistent lotst den Fahrer sozusagen in die Lücke, der Fahrer muss nicht mehr lenken, sondern nur Gas geben, die Umgebung beobachten und bei Bedarf die Bremse betätigen.

Der Lichtassistent sorgt stets für das perfekte Licht

Ist man im Dunklen auf der Landstraße unterwegs, hat man die Straße mit Fernlicht viel besser im Blick als mit Abblendlicht. Die Krux: Fernlicht blendet den Gegenverkehr und der Fahrer ist stetig damit befasst, das Fernlicht ein- und auszuschalten. In modernen Fahrzeugen übernimmt das der Lichtassistent, so dass der Fahrer sich ganz auf die Straße konzentrieren kann.

Der Lichtassistent stellt Leuchtweite und Leuchtbreite der Scheinwerfer so ein, dass sie eine gute Sicht bieten, und blendet ab wenn nötig. Moderne Lichtassistenten erkennen sogar die Frontscheiben entgegenkommender Autos, lassen das Fernlicht an und sparen nur den Bereich der Frontscheibe des entgegenkommenden Fahrzeugs aus, so dass dessen Insassen nicht geblendet werden.

Tipp 2: Wenn Sie noch kein Wunschmodell vor Augen haben, hilft Ihnen die Datenbank auf www.bester-beifahrer.de: Wer weiß, über welche FAS der neue Wagen verfügen sollte, der hier schnell herausfinden, welche Fahrzeuge den gewünschten Kriterien auch in punkto Sicherheit entsprechen.

Tipp 3: Informieren Sie sich genau über die Fahrerassistenzsysteme in Ihrem Wunschfahrzeug.

Notbremsassistent ist nicht gleich Notbremsassistent: Je nach Hersteller leisten Notbremsassistenten ganz Unterschiedliches. Der eine greift in Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten auf Landstraße und Autobahn ein, der andere ist für den Stadtverkehr entwickelt und erkennt sogar Fußgänger und Fahrradfahrer, der nächste ist mit einer speziellen Technik kombiniert, die das Fahrzeug in Sekundenschnelle auf nicht mehr zu verhindernde Kollisionen vorbereitet; dabei werden beispielsweise die Gurte gestrafft und die Kopfstützen in eine Position gebracht, die die Insassen optimal schützen. – Was hier für den Notbremsassistenten beschrieben wird, gilt letztlich für alle Fahrerassistenzsyteme, sie unterstützen im Hintergrund oder greifen in gefährlichen Situationen ein. Deshalb sollte man immer das Verkaufspersonal fragen, welche Sicherheitspakete es gibt und was genau die Systeme leisten.

Tipp 4: Die meisten Fahrerassistenzsysteme lassen sich nicht bei einer Probefahrt testen – lassen Sie sich die Funktionen einfach erklären.

Es gibt nur wenige Fahrerassistenzsysteme, die man testen kann, da viele für Gefahrensituationen entwickelt wurden. Hervorragend testen lassen sich beispielsweise der Parkassistent und der Verkehrszeichenassistent. Für den Lichtassistenten, den Nachtsichtassistenten oder den Müdigkeitswarner müsste man schon bei Dunkelheit bzw. eine längere Strecke fahren, was meist im Rahmen einer Probefahrt nicht möglich ist.

Bei anderen Systemen ist es wiederum wichtig, sich klar zu machen, dass diese sich zwar „antesten“ lassen, sie aber nicht als aktive Unterstützung des Fahrers gedacht sind, sondern den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen und in brenzligen Situationen aktiv eingreifen.

Dazu zählen der Abstandsregler, der Spurwechselassistent und der Spurhalteassistent. Verdeutlicht am Beispiel des Spurhalteassistenten bedeutet das: Wird die Fahrspur verlassen, lenken moderne Systeme gegen und helfen, in der Spur zu bleiben – das ist aber nicht zu verwechseln mit autonomem Fahren, bei dem das System das Fahrzeug aktiv in der Spur hält und der Fahrer sich auf andere Dinge konzentrieren kann.

Gar nicht auf die Probe stellen sollte man den Notbremsassistenten – dieser ist wie ein Airbag einzig für Gefahrensituationen konzipiert und greift dann ins Geschehen ein.

Welche Fahrerassistenzsysteme in welchen Fahrzeugtypen zur Serienausstattung gehören und für welche Modelle man sie als Sonderausstattung bestellen kann, verrät die Datenbank auf bester-beifahrer.de: https://bester-beifahrer.de/datenbank/

Autoreninformation:

Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner setzt sich für mehr Sicherheit auf den Straßen durch den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen ein. Einen Überblick über die Funktionsweise dieser Fahrerassistenzsysteme bietet die Informationsplattform www.bester-beifahrer.de.

Autofahrer finden auf der Webseite die bundesweit einzige Abfragedatenbank zur typengenauen Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen.

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