Vorwegweiser auf der Autobahn nicht sichtbar

Es gibt Autofahrer, die bis zum letzten Moment auf der linken Spur fahren und das so schnell, wie es möglich ist. Kurz vor der Autobahnausfahrt abrupt abbremsen, dabei über alle Spuren nach rechts in die Ausfahrt wechseln, in dem Glauben, sie sind einmal wieder ein paar Zehntel Sekunden schneller und cleverer gewesen als alle anderen Fahrer, die rechtzeitig die Geschwindigkeit verringert und sich ordnungsgemäß eingeordnet haben. Das beim abrupten Abbremsen und kurzen Spurwechsel der gesamte Verkehr gefährdet wird, ist für die Fahrer nicht relevant. Was sich dabei im Gehirn abspielt, lässt sich nicht nachvollziehen, es muss krankhaft sein, zu glauben, ein paar Sekunden schneller und man kommt dem Karriereziel etwas näher, näher kommt man durch solche Verhaltensweise höchstens dem Krankenhaus oder Friedhof.

Die Häufigkeit nimmt zu

In den letzten Jahren haben wir festgestellt, dass der abrupte Spurwechsel gerade im Bereich der Vorwegweiser auf Autobahnen zugenommen hat. Es hat sich im Verkehr im wesentlichen nichts verändert, es sind die gleichen Straßen, Schilder und Fahrzeuge. Die Technik der Fahrzeuge hat sich etwas verbessert, was aber keinen Einfluss auf den Spurwechsel und das Fahrverhalten hat. Nur eins ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, die Verwendung von Navigationsgeräten. Eine Vielzahl von Fahrern verlässt sich blind auf die Geräte, obwohl diese lediglich zur Unterstützung als Hilfsmittel beim Fahren dienen. Fährt man dann noch eine hohe Geschwindigkeit und der Navi- Befehl kommt, in 100 Metern rechts abbiegen, ist der Navigationsgerät abhängige Fahrer voll auf das Abbiegen programmiert. Blindlings hört er auf das Gerät und vergisst dabei, dass sich noch andere Fahrzeuge auf der Straße befinden und zieht das Fahrzeug abrupt nach rechts, schließlich hat ja die Stimme im Navigationsgerät, rechts abbiegen angeordnet.

Vorwegweiser zu spät erkannt

Da die Blicke des Fahrers hauptsächlich neben dem gelegentlichen Blick auf die Straße mehr dem Bildschirm seines Navis gerichtet sind, werden die Vorwegweiser nicht rechtzeitig wahrgenommen. Werden dann auf Grund hohem Verkehrsaufkommen und einer Vielzahl von LKW die Sichtverhältnisse eingeschränkt, wird das rechtzeitige Einordnen zum Problem. Da man mit dem PKW immer schneller unterwegs ist als die LKW heißt es dann, abbremsen und egal wie eng die Lücke zwischen den rechts fahrenden Fahrzeugen, rechts rüber. An den nachfolgenden Verkehr denkt man nicht und das Navigationsgerät erst recht nicht.

Es kommt noch zu einem größeren Problem, Fahrzeuge mit Abstandskontrolle. Die Sensoren und Steuergeräte der Abstandskontrolle halten die rechts fahrenden Fahrzeuge (vor allem LKW) auf den richtigen Sicherheitsabstand, setzt sich dann ein Fahrzeug beim abrupten Spurwechsel direkt vor das Fahrzeug mit Abstandskontrolle, reagiert dieses sofort und setzt den Bremsvorgang ein, um den Sicherheitsabstand wieder herzustellen, es entsteht eine Kettenreaktion von Bremsvorgängen. Fahren auf der rechten Spur, noch Fahrzeuge ohne Abstandskontrolle und der Fahrer ist abgelenkt oder nicht konzentriert genug wird dieser Fahrer beim plötzlich Abbremsen des Vordermanns kräftig auf die Bremse treten. Wenn in diesem Fall die Sicherheitsabstände nicht stimmen, sind Auffahrunfälle vorprogrammiert.

Rechtzeitig einordnen

Eine Autobahnabfahrt wird mehrfach rechtzeitig durch Vorwegweiser angekündigt, wenn man mit Tempo 160 km/h auf der linken Spur fährt und dann versucht bei noch angekündigten 500 Metern bis zur Ausfahrt sich noch rechtzeitig einzuordnen, wird es eng. Es müssen nach rechts noch zwei Spurwechsel auf der Autobahn vorgenommen werden und auf die Abbiegespur muss man auch noch. Sind auf den rechtsseitigen Fahrspuren viele Fahrzeuge unterwegs und auf der Abbiegespur befinden sich auch noch Fahrzeuge, die sich rechtzeitig eingeordnet haben, bleibt nur noch der Spurwechsel in die Sicherheitsabstände der anderen Fahrzeug übrig.

Um solchen Gefahrensituationen aus dem Weg zu gehen, sollte man Navigationsgerät hin oder die Geschwindigkeit drosseln, in aller Ruhe eine Spur nach der anderen wechseln und sich dann zwischen den meistens rechts fahrenden LKW, bei Tempo 90 einfädeln. Es bleibt dann genügend Zeit auf die Abbiegespur zu wechseln ohne den laufenden Verkehr zu gefährden. Bei etwas langsamerer Fahrt sind auch die Informationen auf den Vorwegweisern wahrzunehmen und bei genügend Sicherheitsabstand lassen sich diese auch lesen.

Auf dem ersten Bild ist zu erkennen, dass der LKW die Sicht versperrt, aber auf Grund des genügenden Sicherheitsabstand sowie der gefahrenen Geschwindigkeit von 90 km/h lässt sich nachdem der LKW die Schilderbrücke durchfahren hat der Vorwegweiser lesen.

Vorwegweiser auf der Autobahn nicht sichtbar

Bild 2 zeigt ein hohes Verkehrsaufkommen, zu schnelles Fahren, nicht rechtzeitig nach rechts eingeordnet, der Vorwegweiser wird durch den LKW verdeckt, aber das Navigationsgerät fängt schon an zu meckern, dass man sofort rechts abbiegen soll. An dieser Stelle ist ein rechter Spurwechsel nicht mehr möglich, höchstens man gefährdet die anderen Verkehrsteilnehmer.

Vorwegweiser auf der Autobahn

Wir haben natürlich die Spur nicht gewechselt. Kommt man als Autofahrer in diese Situation, sollte man nicht die Nerven verlieren, egal was die Stimme im Navigationsgerät meldet. Einfach ein paar Kilometer weiterfahren und sich bei der nächsten Abfahrt rechtzeitig einordnen, von der Autobahn abfahren, die Bahn über- oder unterqueren und auf der anderen Fahrspur wieder zurückfahren. Man kann zurückfahren, muss man aber nicht, da das Navigationsgerät den neuen Weg zum Ziel angeben würde oder könnte (vom Gerät abhängig).

Es gibt keinen Grund durch abrupten Spurwechsel den Verkehr zu gefährden. Aller Termindruck ist hausgemacht, geht es doch letztendlich immer nur ums Geld. Kein Einkommen ist es wert, sein Leben zu gefährden, wird dieses doch letztendlich neben den notwendigen Lebensmitteln nur für Kosumgüter verwendet.

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