Sicherheitstraining im Winter

Kann ich wirklich Auto fahren?

Von den meisten Autofahrern kommt die Antwort, ja. Jeder Fahrer der mit ja antwortet zeigt ein großes Maß an Selbstüberschätzung.

Warum?

Ich zähle einmal au,f was ich schon alles für Fahrzeuge bewegt habe:

40- Tonner Sattelzug, Kipper mit Tieflader und Bagger, Brückenzug, im Winterdienst einen LKW mit Schneepflug, diverse PKW, PKW mit Anhänger, Kleintransporter, Bagger, Radlader, Raupe mit Schiebeschild, Mofa, Kleinkraftrad, Motorrad und Fahrrad.

Bin über Alpenpässe, in Skandinavien durch den dicksten Schnee und in England links gefahren. Das dürfte erst einmal reichen, dass zum Zeitpunkt 2012, 33 Jahre ohne Unfall und behaupte heute noch, ich kann kein Auto fahren und lerne noch. Ob Sommer oder Winter habe ich bei den unzähligen Kilometern die verschiedensten Gefahrensituationen erlebt aber eben noch nicht alle.

Behaupten Sie immer noch Sie können Autofahren?

Obwohl es angebracht wäre ein Sicherheitstraining in einem Trainingszentrum unter Anleitung durchzuführen optimal. Wer nicht den Mut hat oder sei es aus finanziellen Gründen sollte wenigsten die Fahreigenschaften seines Autos bei Eis und Schnee kennen. Beim Eigentraining sollte das Lenk- und Bremsverhalten sowie das Verhalten bei plötzlichen Wechsel der Fahrbahnbedingungen geübt werden.

Suchen Sie sich eine freie größer Fläche ( größerer Parkplatz ) ohne Hindernisse wie Borde, Blumenbeete, Bäume in der Mitte oder anderen Hindernissen allerdings sollte schon Schnee liegen und der Belag aus Asphalt, Beton oder Pflastersteine sein. Eine Fläche die mit Schotter oder anderen Mineralgemischen aufgeschüttet und nur verdichtet wurde ist nicht zu empfehlen da die Räder auch wenn Schnee liegt besser greifen als unter realen Bedingungen.

Bremsverhalten testen

Beschleunigen Sie das Fahrzeug auf 30 km/h und machen eine Vollbremsung, Räder gerade aus, steigern Sie danach das Tempo auf 50 km/h und wiederholen die Bremsung. Üben sollte man so lange bis man die Skepsis für eine Vollbremsung überwunden hat.

Weiter können Sie wieder mit Tempo 30 beginnend ein Kreis fahren und wieder eine Vollbremsung machen, das ganze links sowie rechtsherum.

Achtung Schleudergefahr!

Ausbrechen des Fahrzeuges

Beschleunigen Sie bei gerader Ausfahrt bis Tempo 30 und lenken ganz kurz nach links bzw. rechts und bremsen das Fahrzeug ganz kurz an und geben etwas Gas, ist der Unterboden glatt genug bricht der Wagen aus. Durch diese Übung können Sie das Gegenlenken üben; Bremsen dabei nicht vergessen; fährt der Wagen wieder auf der Spur die Übung wiederholen bis Sie sicher reagieren.

2. Teil der Übung:

Da es in einen normalen Haushalt keine Gummikegel gibt reichen auch ein paar alte Textilien oder Handtücher aus um eine Slalomstrecke aufzubauen. der Abstand sollte ca. 2m größer sein als Ihr Fahrzeug. Beginnen Sie wieder mit langsamer Fahrt und steigern je sicherer Sie werden das Tempo. Ab einer gewissen Geschwindigkeit wird das Heck ausbrechen, so können Sie üben wieder auf die Spur zu kommen.

Ausweichen plötzlicher Hindernisse

Dazu brauchen Sie einen Beifahrer und wieder ihre alten Textilien die in größeren Abständen auf dem Platz verteilt werden.

Beginnen Sie mit geringer Geschwindigkeit kreuz und quer die Fläche mit den Textilien zu durchfahren, an einem Textilstück nach Wahl des Beifahrers ruft dieser jetzt ( natürlich ohne das der Fahrer weis an welchem Stück ) und Sie müssen Ausweichen oder Bremsen ohne das Hindernis zu überfahren. Tempo nach Bedarf steigern.

Kurvensicherheit

Beginnen Sie mit Tempo 30 gleichmäßig einen Kreis zu fahren, erhöhen dann langsam das Tempo je Runde, weiter langsam immer schneller werden. Ab einem bestimmten Punkt bricht der Wagen mit dem Heck aus, nun heißt es durch Gegenlenken und dosiertes Bremsen den Wagen wieder in den Kreis zu bringen. Stellen Sie sich für man fährt eine kurvenreiche Strecke bergauf oder ab, rutsch der Wagen 2m nach außen würden Sie von der Fahrbahn abkommen. Ist in dieser Situation keine Leitplanke vorhanden stürzen Sie ab.

Am Berg anfahren

Dieses Training ist Flachländern zu empfehlen die im Winter in die Berge wollen. Im Flachland findet man selten steile Anfahrten, suchen Sie sich eine steile Auffahrt z.B. auf eine Rampe ( diese muss breit genug sein und achten Sie darauf, dass das Fahrzeug sollte es bergab rutschen nirgendwo anstoßen kann.

Nehmen Sie sich einen erfahrenen Fahrer mit, dieser sollte einschätzen können das Sie:

1. mit dem Fahrzeug nirgendwo anstoßen können

2. genügend Sicherheitsabstand zu anderen Fahrzeugen ist

3. das Sie sich nicht überschätzen

Denken Sie daran, dass Sie selbst für sich und das Fahrzeug verantwortlich sind.

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