Lohnt es sich auf der Landstraße LKW zu überholen?

Die Antwort würde bei den meisten Autofahrer „ja“ lauten, da man ja schneller als der LKW am Ziel ist und wird dieser mit 100 km/h überholt, könnte man denken, dass der LKW im Schneckentempo fährt. Kann man den LKW nicht in voller Fahrt überholen, Gegenverkehr oder unübersichtliche Strecke erscheint das Tempo des LKW (60 km/h erlaubt) – die meistens alle schneller als erlaubt mit ca. 70 km/h unterwegs sind – als Schneckentempo. Es ist aber nur eine Empfindung, wer sehr viel und vor allem längere Strecken auf der Autobahn unterwegs ist, kennt diese Empfindung, wenn er danach wieder auf der Landstraße mit Tempo 100 km/h unterwegs ist, die 100 km/h wirken nach der schnellen Autobahnfahrt noch eine ganze Weile wie Schneckentempo. Im Gegensatz, wer sehr lange nicht aus dem herkömmlichen Ortsverkehr (50 km/h) auf die Landstraße fährt oder sofort auf die Autobahn fährt, dem werden 100 km/h bzw. ein noch höheres Tempo sehr schnell vorkommen, so lange bis sich der Körper auf die höhere Geschwindigkeit eingestellt hat oder im umgekehrten Sinne heruntergefahren ist.

LKW Landstraße überholen

Es gibt eine Vielzahl von Berechnungen der Durchschnittsgeschwindigkeit und Fahrtests, Computerberechnungen, was sich dann in den verschiedensten Routenplaner wiederfindet. Alles dies haut auch hin, allerdings unter der Berücksichtigung der optimalen Bedingungen. Sind die Bedingungen optimal, stimmen alle Berechnungen und Planungen, haben wir selbst getestet, allerdings müssen die optimalen Bedingungen wirklich passen und es darf nicht die kleinste Kleinigkeit dazwischenkommen.

Die Realität sieht etwas anders aus, nach mehreren Jahren Test mit LKW und PKW heißt die Antwort: Es lohnt sich nicht, einen LKW auf der Landstraße zu überholen. Auch auf der Autobahn könnte man im LKW-Tempo fahren, den diese geben im gesamten Straßenverkehr das Tempo vor.

Vier Jahre Test hauptsächlich mit dem LKW auf den verschiedensten Straßen Europas und Skandinaviens durch Metropolen wie London, Paris u.a., Land- und Bundesstraßen sowie Autobahnen kann man zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht lohnt ein Risiko beim Überholen einzugehen. Lediglich auf sehr langen Strecken macht man gegen dem LKW 1 bis 2 Stunden gut, lange Strecken heißt ab 500 Kilometer. Die Zeiteinsparung gelingt aber nur wenn man mit dem PKW wirklich hart durchfährt und die optimalen Bedingungen vorfindet.

Einige Teststrecken

Es gibt Straßen, die man in seiner Autofahrerzeit immer und immer wieder fährt. Der Weg zur Firma, dem Supermarkt, zur lieben Verwandtschaft, Freunden und Bekannten oder um sein Hobby auszuüben. Die einen Strecken fährt man regelmäßig, andere nur selten und wieder andere nur einen bestimmten Lebensabschnitt wie den Weg zum Kindergarten oder der Schule. In den seltensten Fällen wird man darüber nachdenken, dass man unbewusst immer den für sich bequemsten Weg wählt ohne darüber nachzudenken, ob es nicht einen besseren Weg gibt, Schon als Kind hört man von seinen Eltern im Auto das LKW stören, dass die anderen immer zu langsam sind, das die Polizei stört und so weiter. Aus all diesen Situationen entsteht ein Fahrmuster und aus diesem ergibt sich schließlich die Durchschnittsgeschwindigkeit, dabei spielt es keine Rolle, ob man einen LKW überholt oder nicht.

Alle Strecken wurden mehrfach in beiden Richtungen befahren

  • B 6 Aschersleben – Hoym
  • A 9 Leipzig – Nürnberg
  • A 7 Flensburg – Memmingen
  • A 7 Hamburg – Hannover A2 bis Kreuz Magdeburg
  • A 1 Kamener Kreuz bis Kreuz Dortmund/Unna auf A 44 Richtung Dortmund B 1 bis Kreuz Dortmund West bis A 40
  • A 1 Blankenheim auf B 51, Prüm auf A 60 bis Bitburg B 51 Richtung Trier
  • A 8 aus Richtung Ulm nach Stuttgart Richtung Leonberg/Pforzheim
  • GB, Dover A20 nach Folkstone auf M 20 nach London
  • GB, Dover A 2 nach Canterbury auf M 2 nach London
  • GB, M 25 Ring um London
  • GB, M 25 auf M 11 Cambridge auf A 1 bis Peterborough
  • Luxemburg Wasserbilig A1 auf A 6 nach Belgien auf A 4 bis Brüssel
  • Schweden, Trelleborg nach Malmö
  • D, Aschersleben B 180 nach Egel auf B 81 bis Magdeburg

Um nur einige Teststrecken zu nennen. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um Bundesstraßen, Landstraßen oder Autobahnen oder kombinierte Strecken handelt.

Was sind optimale Bedingungen?

Keine Staus – keine landwirtschaftliche Technik auf der Straße – keine Baustellen- schönes Wetter, am besten Sonnenschein – alle Ampeln stehen auf grün – keine Geschwindigkeitsbegrenzungen – der perfekte Straßenbelag – Ortsumgehungsstraßen – kein warten an der Tankstelle – keine witterungsbedingte Einschränkungen wie Regen, Eis oder Schnee – keine überholende LKW auf der Autobahn – die linke Spur auf der Autobahn ist immer frei – immer freie Parkplätze direkt vorm Eingang der Raststätte – keine Warteschlange an der Kasse – keine Blitzer – keine Verkehrskontrollen – man ist als Fahrer richtig ausgeschlafen – keine nervenden Beifahrer – man kennt die Strecke in und auswendig – der Kopf ist frei, keinen Termindruck –

Einen LKW auf der Landstraße überholen lohnt sich nicht und wenn Sie einmal wieder einen LKW überholt haben dann schauen Sie im nächsten Ort, der nächsten Ampel oder einer ganz normalen Kreuzung in den Rückspiegel und siehe da, der LKW steht hinter Ihnen.

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