LKW Fahrer in Deutschland

Als LKW Fahrer in Deutschland tätig zu sein fordert einige besondere Verhaltensregeln. Als Kraftfahrer bist du erst einmal abgestempelt, du bist das Allerletzte, der faulste Nichtstuer. Autofahren kann jeder und so wird man auch behandelt.

Im Deutschlandverkehr wirst du als niedrige Arbeitskraft behandelt. Jeder Mitarbeiter der Firmen die beliefert werden ist an Bildung auf dem absoluten Höchststand, das Fachwissen dieser Mitarbeiter, ob Gabelstaplerfahrer, Kistenstapler und sonstigest Personal ist jedem LKW Fahrer überlegen, sie wissen sogar wie man einen LKW rückwärts an die Rampe fährt, ohne in ihrem Leben jemals einen LKW Führerschein besessen zu haben.

Sie können auch Einweisen, durch wilde Zeichengebung und Geschrei, sind sie die perfekten Fachkräfte die von radierenden Reifen und Lenkeinschlag nichts verstehen. Sie verstehen auch nicht, das ein LKW nicht immer gleich an die Rampe passt.

Wie schnell man den so hoch allwissende Mitarbeiter das Handwerk legen kann, ist ganz einfach, drücke ihnen die LKW Schlüssel in die Hand, bitte es gibt Schwierigkeiten, fahren sie den Laster an die Rampe. Mit dieser Reaktion wird ein Transportarbeiter in den meisten Fällen nicht fertig, zu einem hohen Bildungsstand gehört nun einmal einen LKW an die Rampe zu fahren, nur Fahren.

Autofahren kann jeder, na bitte.

In den anderen EU Ländern wird ein LKW Fahrer als Arbeitskraft akzeptiert, nur in Deutschland nicht. So wird ein Kraftfahrer, außer in Deutschland, geachtet und höflich behandelt, die Ladung wird so schnell wie möglich abgeladen und weiter geht’s.

Nur in Deutschland nicht. Der Kutscher kann warten. Warten heißt Stillstand und Stillstand heißt es passiert nichts. Man ist Deutscher und die Wirtschaft kann es sich erlauben.

Mit dieser Situation kommen viele Disponenten aus anderen Ländern nicht klar, sie drängeln den Fahrer zur Eile, er soll auf das Personal Druck ausüben, um den Be-oder Entladevorgang zu beschleunigen. Dies ist nicht die richtige Lösung, je mehr man auf Termindruck verweist, je länger muss man warten, die Verlader haben ein Höchstmaß von Glücksgefühl, wenn sie einen LKW Fahrer warten lassen.

Als Fahrer sollte man sich darauf einstellen als Prellbock zu reagieren. Gib den Verladepersonal das Gefühl sie sind die wichtigsten Menschen auf diesem Planeten, auch wenn sie nur Kisten in den LKW stapeln, vor allen lass sie spüren das sie Macht haben. Wenn man sich in Deutschland an diese Regeln hält, geht es schneller.

In Dänemark bekommt der Fahrer eine Tasse Kaffee, in Deutschland ist es besser das Verladepersonal zu schmieren. Mit etwas Geschick, einem Kugelschreiber, einem Bier oder einer Tasse Kaffee geht es schneller.

Marketing fängt beim Kunden an, an der untersten Stufe. Obwohl ein Verladearbeiter dafür eingestellt ist auf-und abzuladen, das ist sein Job.

Würde jeder Chef eine vernünftige Einstellung zu den LKW Fahrern haben, in seiner Firma auf die festgefahrenen Gewohnheiten seiner Mitarbeiter schauen, die nur daran bedacht sind ihren Arbeitsprozess so leicht wie möglich zu machen, würde ein großer Teil an Unfällen vermieden werden können.

Es gibt auch Ausnahmen.

In vielen Firmen wird ein LKW Fahrer nur als Freiwild behandelt, wie schon erwähnt muss er nur Autofahren und damit ist die Tätigkeit als LKW Fahrer minderwertig, zumindest was Deutschland betrifft.

Jeder andere hochqualifizierte Arbeitskraft ob Bäcker, Maurer, Ingenieur, Maler und andere ist natürlich in der Lage einen 40 Tonner an die Rampe zu fahren, sowie ohne Probleme 10 bis 16 Stunden hinter dem Lenkrad zu sitzen. Sollte man sich fragen, wozu es auf Autobahnparkplätzen PKW Parkplätze gibt, wenn doch Autofahren keine Anstrengung ist.

Eine der wenigen Ausnahmen die es in Deutschland gibt ist Bosch Siemens in Dillingen. Hier hat man noch Verständnis für den LKW Fahrer.

Vor der Firma sind genügend LKW Parkplätze. An einen Waschraum mit Duschen hat man auch gedacht. Toiletten sind auch vorhanden und alles ist sauber. So lassen sich Wartezeiten stressfrei bewältigen. An der Anmeldung erhält man eine Anfahrtsbeschreibung und ohne Probleme kann man laden. Die Ladung wird durch Mitarbeiter der Firma verladen, so kann man als Fahrer entspannen und sich auf die nächste Tour vorbereiten.

 

Gefährliche Ladestelle in Altena

Es geht wieder einmal nach Deutschland, in Altena soll ich beladen. Die Firma liegt mitten im Ort, die Verladerampe direkt an der Straße, so das der LKW die rechte Fahrspur einnimmt. Papiere holen und weiter geht es zum Werk 1. Dieser Betriebsteil liegt ebenfalls an einer Straße. Noch schlimmer die Verladerampe liegt in einer Kurve und der LKW steht ebenfalls halb auf der Fahrspur.

Lediglich ein Schild weist den restlichen Verkehr darauf hin das hier Vorsicht geboten ist.

Achtung Beladung!

Man produziert Draht, die Verladung geht schnell. Unentwegt Fahrzeuge die ständig gefahren-voll bremsen müssen, da da Fahrzeug hinter der Kurve steht.

Es ist unverständlich wie bei dieser hohen Verkehrsdichte solche Ladestelle noch erlaubt ist. Im Rahmen der Schadensminderungspflicht wäre es besser dies zu untersagen. Der Durchgangsverkehr und die Anwohner würden dankbar sein, wenn die Gefahrenquelle nicht mehr vorhanden wäre.

Für den LKW Fahrer der seine Plane verschließen muss ist es lebensgefährlich. Es regnet, Feierabendverkehr, jeder hat es eilig, viele Fahrzeuge sehen den LKW zu spät und schaffen es gerade so hinter diesem zum stehen zu kommen. Da kommt jeder LKW Fahrer ins schwitzen, da er hinter seinem Fahrzeug die Plane verschließen muss.

Es ist geschafft, fertig, zu meiner Freude ist auch meine Fahrzeit am Ende. Was nun? Laut Vorschrift müsste ich an Ort und Stelle stehen bleiben, was aber unmöglich ist. Eine Parkmöglichkeit für einen LKW ist nicht zu sehen. So ist jeder Fahrer wieder gezwungen gegen alle Vorschriften zu verstoßen.

Die Parkplatzsuche dauert 20 Minuten, passiert ein Unfall ist das Geschrei wieder riesengroß, auf Grund von Fahrzeitüberschreitung trägt der LKW Fahrer die Schuld, selbst wenn er sich auf der Vorfahrtstraße befindet und ein anderes Fahrzeug ein Stoppschild überfährt.

Da bei einem Unfall von der Polizei sofort die Kontrollscheiben (oder Fahrerkarte) verlangt wird, würde meine Scheibe die Schuld beweisen, 20 Minuten über der erlaubten Fahrzeit. Nach der wirklichen Ursache wird nicht mehr gesucht.

Der Fahrzeugführer der das Stoppschild überfahren hat geht straffrei aus. Werde ich zwei Tage später kontrolliert droht mir auch eine Strafe, da es den Kontrollbehörden egal ist ob ich eine Parkmöglichkeit finde oder nicht.

Vom Gesetzgeber prima geregelt.

Ein Gesetz zur Schaffung von LKW Parkplätzen in jedem Gewerbegebiet würde Abhilfe schaffen. Aber nein da stellen die Kommunen noch Parkverbotsschilder in die Gewerbegebiete.

Lieber einen übermüdeten LKW Fahrer bei der Parkplatzsuche einen Unfall verursachen lassen als Parkplätze zu schaffen.

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