Freie Fahrt

Wer wünscht sich das nicht, freie Fahrt auf freien Straßen, ein Wunsch der wohl kaum zu erfüllen ist. Dies wäre möglich unter Missachtung allen menschlichen Verstandes, um dies zu ermöglichen, müsste so viel Natur zerstört werden, um Straßen zu bauen, dass sich dies nicht rechtfertigt. Man kann nicht nach Bio, Öko und Nachhaltigkeit schreien und gleichzeitig verlangen für Verkehrsprojekte die Natur platt zu machen.

Hauptverkehrsadern

Das es nötig is,t die wichtigsten Verkehrsadern eines Landes so auszubauen, dass der Verkehr rollen kann ist o.k.. dazu gehören die wichtigsten Autobahnen von Nord nach Süd und von Ost nach West oder eben umgedreht. Alles was dazwischen liegt ist nur zur Rush Hour voll.

Es ist nicht nötig, in jeder Stadt den Straßenausbau so zu erweitern das der Verkehr immer frei Rollen kann,schließlich sind selbst in unseren Großstädten die Straßen nur zu einigen wenigen Zeiten verstopft. Schließt man nicht vorhergesehene Verkehrsunfälle oder Baustellen aus, sind die Straßen lediglich nur zu den Rush hour – Zeiten verstopft.

Warum sind die Straßen voll?

Der Grund ist eine der unsinnigsten Erfindungen der Menschheit und nennt sich Mobilität.

Mobilität – Beweglichkeit

Ist der Wechsel zwischen Orten bzw. Positionen in sozialen Räumen in geographischer Hinsicht in den Handlungen durchgeführt werden.

Beispiele:

1. Jobcenter:

Das Jobcenter Hamburg vermittelt einen Mechaniker nach Hannover, schließlich muss dieser bei der Antragstellung erklären, deutschlandweit mobil zu sein. Im gleichen Atemzug vermittelt das Jobcenter in Hannover einen Mechaniker nach Norderstedt gleich hinter Hamburg. Und Wieso? Weil der Hauptfirmensitz in Hamburg mit Niederlassung in Hannover den Arbeitskräftebedarf in Hamburg anmeldet. Das selbe trifft in Hannover zu.

2. Arbeitsamt:

Ob Jobcenter oder Arbeitsamt alle Mitarbeiter wollen nur das Beste, dass Beste für sich, denn mit jeder vermittelten Stelle können die Mitarbeiter glänzen und in der Presse wird dann berichtet „Wir haben ihnen Arbeit gebracht“. Schon alleine die Jobangebote sind umwerfend, denn ein perfekt ausgeklügeltes Computersystem sorgt immer dafür, das ein Überfluss an Jobangeboten herrscht. Dabei interessiert es niemanden, ob die vermittelten Arbeitskräfte täglich stundenlang mit ihren Autos auf den Straßen unterwegs sind. Eine unsinnige Mobilität wird künstlich erzeugt. Jemand sucht einen Job als Hausmeister in München, was zeigt die Suchmaschine im Computer an, Stellenangebote in Braunschweig, Magdeburg, Ulm oder Kassel und vielleicht ist auch ein Stellenangebot aus München dabei.

Dazu kommt noch, dass der Mitarbeiter vom Amt dem Arbeitssuchenden Stellenangebote anbietet und dieser diese nicht immer ablehnen darf. Lehnt der Arbeitssuchende im Jobcenter oder Arbeitsamt ohne nennenswerte Gründe Stellenangebote ab, drohen ihn Sanktionen. Also wird der Arbeitssuchende irgend eine Stelle annehmen und wenn diese 150 km vom Wohnort entfernt ist. Job vermittelt und wieder ein Auto mehr auf der Straße welches täglich stundenlang auf den Straßen unterwegs ist. Ein Mobilitätsblödsinn der sich gewaschen hat.

Geht es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz heißt es doch auch bei Fleisch, Obst und Gemüse – wenn es geht alles aus der Region schon alleine um unnötige Transportleistungen zu vermeiden. Würden die Jobcenter und Arbeitsämter nur die regionalen Jobs vermitteln, würden Schätzungsweise 2/3 der gefahrenen Kilometer zum nächsten Arbeitsplatz eingespart werden können. Es wären zwar weniger Stellenangebote vorhanden, wären aber auch nicht nötig, da ja auch weniger Jobsuchende vorhanden wären.

Der Jobsuchende aus München fällt aus der Statistik in Hamburg heraus, den veröffentlicht werden nur die bundesweit offenen Stellenangebote sowie die bundesweiten Arbeitssuchenden. Hierzu braucht man auch keine Machbarkeitsstudie mehr durchführen, dass dies funktionieren könnte weiß man ja schon bei regionalen Obst, Gemüse und Speisekartoffeln.

Kilometerpauschale

Den passenden Job zu finden ist nicht immer einfach und manchmal muss es schnell gehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Arbeitsplatz in Köln oder Dortmund befindet. Buchhalterin A fährt jeden Morgen von Köln nach Dortmund, Strecke ungefähr 100 km Fahrzeit wenn es auf der A1 kein Stau gibt ca. 1 Stunde 20 Minuten und zum Feierabend zurück. Buchalterin B fährt zu ihren Arbeitsplatz die Strecke umgekehrt, Dortmund Köln. 4 Stunde 80 Minuten verfahren die beiden Buchhalterinnen.

4 Stunden 80 Minuten läuft ein Verbrennungsmotor und pustet seine Abgase in die Umwelt. 250 Arbeitstage im Jahr 1200 Stunden laufen beide Motoren nur um den Arbeitsplatz zu erreichen. Die Kilometerpauschale machts möglich. Gerade zu den Rush Hour – Zeiten ist die A1 immer verstopft, da die täglichen Pendler egal ob von Dortmund nach Köln oder Köln nach Dortmund die Straßen verstopfen.

Handelsvertreter

Ohne die Erstattung der 30 Cent pro gefahrenen Kilometer sehe der Vertreter alt aus, da es sich nicht mehr rechnen würde, von Freiburg nach Rostock zu fahren, um ein paar Staubsauger an den Mann oder Frau zu bringen. Der Vertreter für Motorenöl würde sich hüten von Bonn nach Regensburg zu fahren, um in den dortigen Autowerkstätten ein paar Liter Öl anzubieten.

Der Vertreter aus Bonn bliebe im Umfeld von Bonn um sein Öl zu verkaufen und der Vertreter aus Regensburg bliebe im Umfeld von Regensburg. Dies wäre für beide Vertreter praktisch, schließlich blieben sie im Umfeld der Familie und müssten nicht unnötige Nächte auf der Autobahn verbringen.

24 h Service

Noch eine Erfindung, die nicht unbedingt nötig ist, rechtfertigt sich der 24 h Service nur wenn es um Havarien, Medikamente oder Blutkonserven geht. Fällt in einem Krankenhaus, Kraftwerk oder Wasserwerk eine Maschine aus, ist es natürlich notwendig, so schnell wie möglich das benötigte Ersatzteil zu beschaffen. Tausende Fahrzeuge – ob Transporter oder LKW sind auf den Straßen unterwegs, um im 24 h Service Büromaterial, Gardinen, Gartenstühle oder sonst nicht unbedingt lebensnotwendige Konsumgüter durch die Gegend zu fahren.

Geht in einem Büro das Druckerpapier aus, muss nicht unbedingt ein Transporter vom Großhandel im Eiltempo durch die Nacht fahre, um eine neue Packung Papier ins Büro zu bringen. Es bricht sich kein Büromitarbeiter einen Zacken aus der Krone ein paar Schritte bis zum nächsten Markt zu fahren, besser zu laufen, um eine neue Packung Druckerpapier zu beschaffen. Und was den Kassenbeleg betrifft ist dieser zwar nur ein Bon und keine ausführliche Rechnung, wird aber vom Finanzamt akzeptiert, da alles auf dem Bon steht was darauf stehen muss.,

Just in time

Noch so eine Erfindung die für verstopfte Straßen und für eine unverantwortliche Umweltverschmutzung sorgt. Das es nicht immer möglich ist, einen LKW bis zur letzten Entladestelle auszulasten ist klar. Aber wenn LKW für die rollende Lagerhaltung eingesetzt werden, ist dies aus Umweltaspekten unverantwortlich. Es werden Millionen bis Milliarden Gewinne in der Industrie erzielt und die Vorstände zahlen sich Summen aus, die man in einem selbst verschwenderischen Menschenleben nicht verbrauchen kann.

Doch höchstens man ist so dumm und gierig, dass man sich verspekuliert oder sein Geld verspielt, dürfte beides das Selbe sein. Bei all dem überschüssigen Geld dürften ein paar Lagerhallen und die dafür benötigten Arbeitskräfte nicht ins Gewicht fallen.

Beispiele gefällig?

Diese Beispiele sind nicht frei erfunden, ich habe diesen Unsinn mitmachen dürfen/müssen.

Ösen

Jede Woche einmal ein LKW mit drei Kisten Ösen von einer Manufaktur kurz hinter London nach Genk (Belgien) ca. 500 km in eine Fahrzeugfabrik. Auf einen Auflieger würden von der Größe der transportierten Kisten ca. 30 Stück passen. Da ich diese Kisten über einen längeren Zeitraum transportiert habe konnte ich an Hand der Teilenummern der Ösen feststellen, dass es sich immer um die gleichen Produkte handelte. Für diese 30 Kisten brauchen somit 10 LKW, 10 Wochen. Hätte die Fahrzeugfabrik ein Lager, wäre nur ein LKW nötig. Just in time ist ja so ökonomisch, zumindest für die Fahrzeugfabrik, langfristig gesehen sind die Umweltschäden sowie die Kosten, die durch den ständigen LKW Verkehr an den Straßen entstehen viel höher aber diese Kosten zahlt der Steuerzahler, den Gewinn macht nur die Fahrzeugfabrik.

Rohlinge zur Schienenfertigung

Täglich dutzende LKW mit je 3 bis 4 Rohlingen für Eisenbahnschienen von einem Stahlwerk in Eisenhüttenstadt nach Luxemburg, 860 km. Nur weil der Spediteur die Bahn um ein paar Cent unterbieten konnte. Allerdings konnte er dies nur, weil die Fahrer mit einem Hungerlohn abgespeist wurden und nur die reine Fahrzeit des LKW als Stundenlohn bezahlt wurde. Wartezeiten beim Kunden, Anschlagmittel für den Kran anbringen sowie die Zeit für die Sicherung der Ladung, Wartezeiten für die Transportpapiere wurden nicht bezahlt. Die Rohlinge von 30 LKW hätten locker auf einen Zug der Bahn gepasst und diese wäre nur einmal gefahren.

Bleche für die Autoindustrie

Karosseriebleche für die Autoindustrie werden vom Stahlwerk in großen Rollen geliefert. Von diesem Material passen ca. 2 bis 3 auf einen LKW auf einen Zug der Bahn 30 bis 40 oder auch mehr. Da aber keiner der Fahrzeughersteller sich ein Lager leistet, fahren Rund um die Uhr LKW durch die Gegend, dass rollende Lager auf der Straße. Die Deutschen Fahrzeughersteller machen Milliarden von Gewinnen, da dürften die Kosten für eine Lagerhalle nicht ins Gewicht fallen. Just in time, die Kosten der Umweltverschmutzung der Straßeninstandsetzung tragen die Steuerzahler, die Vorstände der Autoindustrie lachen sich krumm und schief und erfreuen sich ihrer Gewinne.

Freie Straßen

Straßenbilder wie auf den beiden Bildern gibt es nicht mehr, sie gibt es noch. Allerdings findet man diese Situationen nur am Wochenende vor und muss sehr früh aufstehen. Mit Beginn des Sonnenaufgang sollte man schon unterwegs sein, dass hat den Vorteil das man den Sonnenaufgang auf der Straße erleben kann und nicht bis zum nächsten Urlaub warten muss.

Freie Fahrt

Freie Fahrt Bundesstraße

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