Einparkassistent – Einparkhilfe nehmen den Fahrer das Denken ab

Aktive Einparksysteme bezeichnet auch als Einparkassistenten oder Einparkhilfe führen das Einpark-Manöver vollständig automatisch oder teilautomatisch aus.

Teilautomatischer Einparkassistent

Ein Sensor im vorderen Stoßfänger scannt im Vorbeifahren den Fahrbahnrand. Wird durch den Einparkassistent die passende Quer- oder Längslücke erkannt, wird die entsprechende Information an den Fahrer gegeben. Nach Aktivieren des Einparkassistenten berechnet dieser den optimalen Weg in die Parklücke, die nötigen Lenkmanöver sowie die Anzahl der Züge.

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Der Einparkassistent lenkt das Fahrzeug in die Parklücke, der Fahrer übernimmt die Kontrolle der Längsführung und kontrolliert dabei den Einparkvorgang durch vorsichtiges (behutsames) Bremsen oder Gasgeben, der Einparkassistent führt dabei alle nötigen Lenkbewegungen aus, der Einparkvorgang kann jederzeit abgebrochen werden. Der Assistent übernimmt auch das Ausparken, so kann zügig aus der Parklücke herausgefahren werden.

Vollautomatischer Einparkassistent

Der Parkassistent übernimmt vollständig den Einparkvorgang inklusive Gasgeben und Bremsen, bei einigen Systemen kann der Fahrer entscheiden, ob er im Fahrzeug sitzen bleibt oder vorher aussteigen möchte.

Das herkömmliche Einparken

Ohne Einparkassistent muss der Fahrer selber einschätzen, ob das Fahrzeug in die Parklücke passt. Er muss die optimale Stelle des Fahrzeug wählen, um durch die Lenkbewegungen das Fahrzeug einzuparken. Als Fahrer muss man das richtige Gefühl haben, zu welchem Zeitpunkt die Lenkbewegungen ausgeführt werden, er bestimmt selbständig, wann Gas gegeben oder gebremst wird.

Verschätzt sich der Fahrer, muss der Einparkvorgang wiederholt werden. Fahrer die nicht das nötige Gefühl für Länge und Breite der Parklücke zum Auto haben kommen bei engen Parklücken in Schwierigkeiten und fahren weiter, obwohl das Auto in die Parklücke passen würde. Was liegt da nicht näher ein Fahrzeug mit Parkassistenten zu wählen.

Machen Parkassistenten dumm und hilflos?

So lange man sich als Fahrer nicht blind auf den Assistenten verlässt und diesen nur nutzt, wenn es eng wird, nein. Das heißt, der Assistent bleibt aus und wird nur unter bestimmten Bedingungen genutzt, so bleibt das Gefühl für das Auto erhalten.

Wann macht ein Parkassistent dumm und hilflos?

Während der Fahrschulausbildung lernt man „noch“ das Ein- und Ausparken ohne Parkassistent. Dann das Erste Auto natürlich mit Parkassistent und dieser wird immer benutzt, selbst wenn die Parklücke groß genug ist, dass die Benutzung des Assistenten nicht erforderlich ist.

Mann kann aussteigen und zusehen wie das Auto selbständig ein- bzw. ausparkt. Man verliert das Gefühl für das Auto, Größe und Breite spielen keine Rolle mehr, Abstände zu anderen parkenden Fahrzeugen müssen nicht mehr selbst eingeschätzt werden. Das Gefühl für behutsames Bremsen und Gasgeben geht verloren sowie das Gefühl im richtigen Moment Lenkbewegungen auszuführen.

Der Fahrer muss sich nur noch auf den normalen Verkehr, hauptsächlich um das Vorwärtsfahren konzentrieren und gelegentlich auch aufs Rückwärtsfahren. Die Gefahr besteht darin, dass der Fahrer willenlos der Technik vertraut und nicht mehr über den Einparkvorgang nachdenkt. Er vergisst das Wort Assistent, dieser soll assistieren und damit beistehen, helfen oder mitarbeiten. E
Es bedeutet nicht, sich blind auf einen Assistenten verlassen, die volle Verantwortung muss man selbst übernehmen. Kommt es zu Problemen, der Assistent versagt oder berechnet die Parklücke oder den Einparkvorgang falsch, kommt es zu einem Unfall.

Schuld ist nicht der Assistent sondern der Fahrer, der sich blind auf den Einparkassistenten verlassen hat, dass ist das Ergebnis wenn ein Einparkassistent „dumm und hilflos macht“. Kein Fahrzeughersteller wird die Verantwortung übernehmen, wenn es zu einem Unfall beim Einparken kommt. Was der Einparkassistent nicht berechnen kann sind unvorhergesehene Situationen.

Wie?

  • Was ist, wenn ein Kind oder Fußgänger versucht noch zwischen parkenden und einparkenden Auto durchzulaufen?
  • Wie reagiert der Assistent, wenn die Sensoren verdreckt sind?
  • Wie reagiert der Assistent, wenn parkende Autos im gleichen Zuge losfahren bzw. Ausparken?
  • Wie reagiert der Assistent, wenn der Fahrer des parkenden Autos plötzlich den Kofferraum öffnet, um sein Auto zu beladen?
  • Was passiert, wenn der Assistent plötzlich einen Rechenfehler oder Defekt hat?

Die Fragen könnten noch weiter gehen, sich blindlings auf die Technik verlassen dürfte ein Fehler sein. Das man sich nicht auf den Assistenten blind verlassen sollte zeigen doch schon die normalen Fehler an, die durch den Bordcomputer entstehen, verdreckte oder defekte Sensoren sorgen dafür, dass das Auto nicht richtig läuft oder stehen bleibt.

Würde die Technik perfekt sein, würde jeder Fahrzeughersteller eine Endlosgarantie für alle Situationen des Ein- und Ausparken übernehmen, macht er aber nicht, es gibt keine 100%-tige Sicherheit.

Die sichere Lösung

Als Fahrer sollte man immer die Kontrolle über sein Fahrzeug haben und den Parkassistenten wirklich nur als Assistenten betrachten, so kann man in einer Gefahrensituation noch selbst eingreifen und das Fahrzeug zum stehen zu bringen bzw. durch Lenkbewegungen einen Unfall zu verhindern.

Ein Fahrer der blind der Technik vertraut wäre somit „dumm und hilflos“, da er nicht mehr in der Lage ist, in einer Gefahrensituation in den Prozess einzugreifen.

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