Drängelei auf der Fähre nach England

Eine Leuchtreklame blinkt,ein Wopper für den Hunger, genau was ein Trucker nicht braucht,eine Steakbude wäre angebrachter. Der Wopper schmeckt wie immer nach Pappschachtel,wenigstens das Gemüse ist frisch.

Mein Schiff läuft ein,rückwärts an die Landungsbrücke,keine Hektik erst müssen alle herunter vom Schiff.

Es geht an Bord,nun geht die Drängelei los, am besten noch in der Wartespur vordrängen. Bei vielen Fahrern setzt in dieser Situation das normale Denkvermögen aus. Wer als Außenstehender das Verhalten beobachtet,wird die Hände über den Kopf schlagen.

Niemand braucht Angst zu haben, nicht mitgenommen zu werden. Alle Fahrzeuge die in der entsprechenden Wartespuren stehen,passen ins Schiff. Trotzdem erlebt man die Drängelei regelmäßig, wieder und immer wieder. Trotz Hektik sind bis jetzt immer alle an Bord gekommen.

5 Stunden sind angesagt,für den Fahrer mit der Wartezeit im Hafen wieder eine Schichtpause,glatter Selbstbetrug. Auf dem Fahrtenschreiber sind wieder acht Stunden Pause zu stehen.

Die meisten Fahrer waren den ganzen Sonntag auf Achse.In der Wartezeit kann man etwas schlafen, nach ein bisschen Schlaf muss man auf das Schiff fahren,etwas Essen,duschen und wieder zwei Stunden schlafen.

Der Service auf dem Schiff ist wie immer umwerfend, die Stewards, das Essen geht. Nur nicht das Besteck aus der Hand legen, sonst ist der Teller (wenn auch nicht leer) weg. Noch ein Blick aufs Meer und ab ins Bett.

Verschlafen kann man nicht, in der höflichsten Form wird man geweckt. Die Tür wird aufgerissen, aufstehen Zeebrügge,brach die Tür und fällt wieder ins Schloss. Da kann niemand verschlafen.

Aufstehen, noch eine Tasse Kaffee und wieder runter vom Schiff.

Die Zeit für mich ist knapp,das Schiff hat eine Stunde Verspätung und im Hafen wartet schon die nächste Ladung für Großbritannien. Es heißt Umbrücken, mein Kollege braucht ein Visum für GB, was er nicht hat, kein EU-Bürger.

Nochmals Kontrolle der Ladung und schon bin ich wieder auf dem Schiff. Es ist 3 Uhr und es geht zurück auf die Insel. An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Also Frühstücken,es wiederholt sich das Schauspiel wie zum Abendessen, der Steward stürzt sich auf mein Tablett,Toast und Kaffeetasse ist weg. Sich aufregen lohnt nicht, das ist nun mal der Service.

Als Trucker ist man nur Stückgut und wird auch so behandelt. Nach 45 Minuten sind alle abgefertigt.Noch vier Stunden warten und ich bin wieder auf der Insel. Die Pause ist wieder komplett.

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