Diagnosegerät und Fehlerspeicher nicht bei jedem Defekt am Auto nutzbar

Das Diagnosegerät und der Fehlerspeicher erleichtern die Fehlersuche bei einem Defekt am Fahrzeug. Der große Nachteil, nicht jeder Fehler ist mit den beiden Geräten zu finden. Schaut man in den Motorraum, wird auch ein Nichtfachmann sehen, dass es eine Menge Bauteile im Motorraum gibt, an denen sich keine Leitungen oder Messeinrichtungen befinden. Tritt an diesen Teilen ein Defekt auf, ist der Fehler nicht mittels Diagnosegerät oder Fehlerspeicher zu finden. Der Defekt kann dann höchstens an einem Folgebauteil an denen eine Verbindung mit der Motorelektronik und den Fehlerspeicher besteht, angezeigt und damit gespeichert werden.

Diagnosegerät und Fehlerspeicher

Was kann passieren?

Wenn der Fehler im Folgebauteil angezeigt wird, würde der Mechatroniker dieses Bauteil wechseln, ohne zu prüfen, ob dieses wirklich defekt ist. Die meisten Bauteile lassen sich extern auf Funktionstüchtigkeit prüfen, so würde der Mechatroniker feststellen, dass die Fehlerquelle an anderer Stelle zu suchen ist. Da man sich im Computer-, Diagnosegerät und Fehlerspeicherzeitalter blind auf die Elektronik verlässt, wechselt der Mechatroniker das Bauteil, der Kunde erhält sein Fahrzeug mit gelöschten Fehlerspeicher zurück, das Ergebnis, der Fehler tritt wieder auf. Man fährt zurück zur Werkstatt und reklamiert, wenn man dann Glück hat, wird das Fahrzeug noch einmal ans Diagnosegerät gehängt.

Ergebnis des Tests, kein Fehler. Als Kunde wird man darauf hingewiesen, dass alles in Ordnung ist, schließlich hat der Testdurchlauf ergeben, dass das Fahrzeug in Ordnung ist. Natürlich verweist die Werkstatt auf ihr Diagnosegerät und den Fehlerspeicher, diese zeigen keine Fehlerquelle an und schließlich ist die Prüfung durch eine Fachkraft durchgeführt wurden. Als Kunde hat man dann schlechte Karten, schließlich muss man der Werkstatt trauen, im eigentlichen Sinne wird man für „dumm verkauft“.

Was passiert wenn kein Fehler angezeigt wird?

Das ist das schlimmste was passieren kann. Die Werkstatt wird zwar wieder das Diagnosegerät anschließen und einen Testlauf durchführen, kommt dann aber zu keinen Ergebnis. Die Antwort könnten dann lauten, weiterfahren und beobachten. Es wird natürlich auch eine Probefahrt durchgeführt, in den wenigsten Fällen wird dann die Fehlerquelle gefunden, was daran liegt, dass der Mechatroniker das Fahrzeug nicht kennt und kaum Unterschiede im Fahrverhalten merkt, dies kann nur derjenige Fahrer, der das Fahrzeug ständig bewegt.

Wie kommt es zu solchen Situationen?

Da die meisten Menschen glauben, oder es ihnen eingeredet wird, dass ohne Computertechnik „nichts mehr geht“, verlassen sich die meisten blindlings auf die Computertechnik. Es ließe sich kein Fahrzeug mehr verkaufen, wenn keine Computertechnik beim Bau verwendet würde. Da im Computerzeitalter selbst Rasenmäher und Bohrmaschinen mit Computertechnik ausgestattet werden, was der absolute Irrsinn ist, dadurch lassen sich die vorher einfachen Geräte kaum noch reparieren, wird alles komplizierter gemacht als es ist.

Das es immer noch viele Dinge gibt, die ohne Computer funktionieren, oder funktionieren würden, zeigt ein Blick aus dem Fenster in den Garten sowie dem nächsten Park, die Pflanzen wachsen auch ohne Hochtechnologie, höchstens der Rasensprüher wird mittels Computertechnik gesteuert, allerdings dürfte dem Rasen egal sein, wie das Wasser an seine Wurzeln kommt.

Warum ist die Fehlersuche so kompliziert und der Fehler so schwer zu finden?

Der moderne Mechatroniker ist kein richtiger Mechaniker mehr sondern ein lediglicher Teilewechsler. Teile werden nicht mehr repariert sondern als komplette Bauteile ausgetauscht. Das liegt allerdings nicht an der Werkstatt sondern am Fahrzeughersteller, wenn ein Teil nicht mehr repariert werden kann, muss es über den Hersteller bezogen werden und dieser verdient dann nicht nur am Verkauf des Autos sondern nochmals an den Teilen.

Da die Fehlersuche ebenfalls durch die Technik übernommen wird bleibt für den Mechatroniker bis auf wenige Bauteile kaum noch eine intensive und logische Fehlersuche übrig. Wenn man nicht mehr denken muss, schläft das Denkvermögen ein und beschränkt sich wie bei der Fehlersuche auf die Bedienung einer Tastatur. Treten Fehler auf die ein Fehlerspeicher und ein Diagnosegerät nicht zuordnen kann, kommt der Mechatroniker in große Schwierigkeiten.

Ein Beispiel gefällig?

Ein Neuwagen „Deutscher Herstellung“ produziert in der Nähe von München, allerdings mit Firmensitz in München beginnt schon nach den ersten Kilometern mit einem Fehler. Bei langsamer Fahrt und Abbremsen führt das Fahrzeug selbst bei leichter Betätigung des Bremspedal eine regelrechte Vollbremsung durch, in einer Art als ob ein Anker das Fahrzeug zum plötzlichen Halt bringt und die Insassen regelrecht in die Sicherheitsgurte gedrückt werden. Kein Problem volle Garantieleistung, ab in die Fachwerkstatt, dass war dann wohl nichts. Fehlerspeicher zeigt keinen Fehler an und das Diagnosegerät zeigt, dass das Fahrzeug keine Fehler hat.

Diese Auskunft erhält man dann auch von den Mitarbeiter. Es wird sogar eine Probefahrt durchgeführt, die Aussage des Mitarbeiters, Auto bremst alles o.k. . Der Fahrer führte dann dem Mitarbeiter die extreme Bremsreaktion vor, da kam dann nur die Antwort, nochmals ans Diagnosegerät und wenn dann kein Fehler angezeigt wird ist die Bremswirkung o.k. und damit normal. Nach drei weiteren Werkstattbesuchen reicht es dann, vor allem, wenn nicht nur der Mechatroniker sondern auch der Chef der Werkstatt nicht begreifen können, dass hinter dem elektronischen Geräten noch der Motor so arbeitet wie er erfunden wurde nur in verbesserter Form.

Ein Motor brauch Kraftstoff und Luft und eine Bremse ein Pedal, Bremskraftverstärker und entsprechende Bremsteile die das Fahrzeug abbremsen und entsprechender Steuertechnik. Das Problem liegt bei der Fehlersuche daran, dass hauptsächlich nur auf entsprechende Diagnosegeräte vertraut wird, auf die alternative Fehlersuche wird kaum noch zurückgegriffen, es hätten ein Manometer ausgereicht, was an einem Unterdruckschlauch angeschlossen wird, um zu sehen, dass der Bremskraftverstärker mit einem Schlag seine volle Wirkung loslässt, nur weil ein kleines Ventil, was herkömmlich die Bremskraft dosiert freisetzt, mit einem Schlag öffnet und dadurch die Bremswirkung ebenfalls mit einem Schlag einsetzt.

Warum hat der Mechatroniker denn Fehler nicht gefunden, weil er sich nicht mehr in die herkömmliche Funktionsweise der Mechanik hineinversetzen kann. Die Computertechnik hat dem Mechatroniker das Denkvermögen abgenommen, im eigentlichen Sinne eine traurige Situation. Nach ständigen Hin und Her mit dem Hersteller bei denen alle Garantieleistungen zusammenlaufen wurde der Fehler behoben.

Wie kann man als Kunde sich vor solchen Situationen schützen?

Wenn man als Kunde mitbekommt, dass sich bei der Fehlersuche nur auf das Diagnosegerät und den Fehlerspeicher konzentriert wird und nach anderen Fehlerquellen nicht gesucht wird, sofort die Werkstatt wechseln. Wenn dies aus Garantiegründen nicht möglich ist, sollte man sich einen Automechaniker suchen (die Bezeichnung Mechatroniker wird nicht mehr gewählt, das diese nur noch Teilewechsler sind, die sich nur noch auf die Computertechnik verlassen).

Ein richtiger Automechaniker kommt natürlich auch nicht ohne Computertechnik aus, sucht aber sofort anderweitig den Fehler, wenn der Fehler nicht per Computer zu finden ist. Hat das Fahrzeug noch Garantie und der Automechaniker arbeitet nicht gerade in der entsprechenden Werkstatt, könnte dieser wenigstens Tipps geben, um welche Defekte es sich handeln könnte.

Wie kann man einen guten von einem schlechten Mechaniker unterscheiden?

Ein guter Mechaniker erklärt die möglichen Fehler bzw. die Suche für den Nichtfachmann verständnisvoll, ohne um den heißen Brei herumzureden. Ein schlechter Mechaniker verwendet eine Vielzahl von Fachbegriffen und verwendet Erklärungen, die selbst für Fahrzeugbesitzer mit Sachkenntnis kaum zu verstehen sind, mit diesen Erklärungen versteckt er seine Unkenntnis, obendrein beruft er sich immer auf seinen Diagnosecomputer, denn dies hört sich wichtig an.

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