Der Mercedes streikt

Der Mercedes streikt, Fehlermeldung die Batterien werden nicht mehr geladen. Im Normalfall ist es auch kein Problem, den das Servicenetz ist sehr engmaschig, zumindest was den Daimler betrifft.

So lange die Batterien noch Reststrom haben, kann ich noch weiter fahren, wenigstens bis zur nächsten Werkstatt. Immer in der Hoffnung der Strom reicht.

Zu aller erst den Chef informieren, ihm ist es egal, erst zum abladen fahren, danach kann der LKW repariert werden. Welch ein Witzbold, bleibe ich ohne Strom stehen, wenn es geht noch in einem Tunnel, trage ich die Verantwortung.

Der Werkstattverantwortliche meiner Firma stellt natürlich eine Ferndiagnose, es kann nicht sein das der LKW defekt ist. Es ist aber der Fall, konsequent erhält er von mir die Antwort, erst in die Werkstatt oder ich stelle den LKW auf dem nächsten Parkplatz ab.

Mein Weg zum beladen geht mitten durch Stuttgart, nicht auszumalen was es für ein Verkehrschaos in der City von Stuttgart gibt, wenn ein 40 Tonner in der Stadt liegen bleibt, am besten noch auf einer Kreuzung.

Also ab in die nächste Fachwerkstatt.

In Backnang werde ich fündig. Die Kollegen in der Reparaturannahme sind wirklich nett, sie lassen mich erst einmal 10 Minuten stehen. Dann erscheint der Kollege vom Kundendienst, ein Fachmann wie es scheint, er klettert in den LKW, die Kontrolllampe leuchtet, so weit war ich auch schon. Ein erboster Blick, es wird wohl die Lichtmaschine defekt sein, diese haben wir sowieso nicht im Lager.

Ein zweiter Kollege erscheint, hasst du die Leistung überprüft, wie vom Blitz getroffen der erste Kollege, nein. Also den Daimler auf die Grube gefahren und die Leitungen werden überprüft. Es scheint nur die Lichtmaschine zu sein. Pech gehabt, diese ist nicht im Lager. In der Hauptniederlassung in Stuttgart müssten sie eine vorrätig haben. Haben sie oder haben sie nicht? Ein Telefon kennen die Mitarbeiter nicht, um eine Auskunft zu geben.

Was soll’s weiter geht es Richtung Stuttgart. Ob der Strom bis zur Hauptniederlassung reichen wird. Er reicht, mit flauen Gefühl im Magen bewältigte ich die Strecke, noch ein Tunnel, nur Standlicht an.

In der Stuttgarter Firma sind die Mitarbeiter netter, ein Kaffee, Kollege kommt gleich. Ein Formalitäten und ich fahre auch schon auf die Grube.

Ein Mechaniker testet die Lichtmaschine, defekt.

16.30Uhr er muss ins Lager, mal sehen ob wir eine Lima haben. Er verschwindet und Tschüss, im Zeitalter von Computergestützten Lagerhaltung hätte man schon bei der Auftragsöffnung sehen müssen, ob diese vorrätig ist. Der Mechaniker wird wohl meine Unordnung im LKW gesehen haben und gibt mir genügend Zeit zum Aufräumen.

60 Minuten brauche ich zum Aufräumen nicht, also zum Duschen. Es vergehen noch weitere 60 Minuten bis die Lima gewechselt ist. Die Fehlermeldung im Bordcomputer muss auch noch gelöscht werden, nochmals 20 Minuten. Nochmals Papierkram und ich kann weiter. Eine Meisterleistung für einen Wechsel der Lichtmaschine die nur an zwei Schrauben hängt. Die drei Stunden hänge ich an meinen Arbeitstag an, wieder wird es Mitternacht.

Vielleicht sollte die Werkstatt das Prinzip … So schnell wie möglich… anwenden. Auftrag schreiben, Lima aus dem Lager holen, Lima wechseln, Rechnung schreiben, fertig. Müsste in ca.45 Minuten zu schaffen sein.

Aber 4 Kundendienstmitarbeiter für zwei Mechaniker ist eine Spitzenleistung. Umgedreht würde es schneller gehen. Kommt man als LKW Fahrer schon 1 Stunde zum Liefertermin zu spät, ist das Geschrei riesig, das Fließband könnte ja stehen bleiben.

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