Bundesstraße 6 zwischen Aschersleben und Quedlinburg

Einer der bemerkenswertesten Straßen in der man sich ins Schlachtgetümmel stürzen kann, ist der Abschnitt der Bundesstraße 6 zwischen Aschersleben und Quedlinburg.

Jeden Morgen so gegen 6.30 – 7.30 Uhr liefert sich die fahrende Menge eine Straßenschlacht. Es ist ein wahres Schauspiel, wie die zu spät aufgestandene Menge versucht in selbstmörderischen Weise durch lebensgefährliche Überholmanöver pünktlich am Arbeitsplatz zu sein.

Es wird überholt, wo es nur geht, ob Gegenverkehr oder nicht, jede Sekunde zählt. Totales Blackout, ob Frauen oder Männer aller Altersklassen, noch schneller noch rücksichtsloser streben zum alltäglichen Wahnsinn.

Vergessen wird alles, ob der Rest der Familie zu Hause sitzt oder nicht. Selbst mit Kindern wird überholt, auf Teufel komm raus. Sicherheitsabstand wozu?

Ein LKW, ein totales Verkehrshindernis. Alles bremsen und schon sind alle Fahrzeuge, ob Überholer oder nicht, wieder schön brav in einer Reihe. Hätte man sich das Überholen auch sparen können.

Nun ist der Schwarm PKW Fahrer und Fahrerin ganz von der Rolle. Nun erst recht, nicht einer nach nachdem anderen überholt, sondern von hinten, aus der Mitte, noch einer hinterm LKW raus und die Jagd geht weiter bis zum Ortseingangsschild. Ob in Aschersleben oder Quedlinburg, es geht weiter, Hauptsache zuerst an der roten Ampel stehen.

An beiden Ortseingängen beendet eine rote Ampel das Rennen. Rot, alles Überholer oder nicht, stehen wieder alle ordentlich in einer Reihe und scharren mit dem Gaspedal.

Hätte man sich das Überholen wieder sparen können, na ja,  ein oder zwei haben es noch geschafft. In Quedlinburg beendet eine Schranke das gemeinsame Frühsportrennen. Abgesehen von denen die auf der Strecke geblieben sind, als Zielprämie hat ein Holzkreuz am Straßenrand gewinkt.

Jeden Morgen das gleiche Theater und abends zurück, auch wenn nur bis zum nächsten Holzkreuz. Ein wenig früher losgefahren und ohne Eile, jede würde ohne Stress an sein Ziel kommen.

8.00Uhr, nun geht es erst Recht zur Sache, die Autofahrer mit Schlips und Anzug stürzen sich auch noch ins Getümmel. Man(n) ist wichtig, vielleicht Jungunternehmer, Angestellter im gehobenen Dienst, oder so. Die Autos dürfen auch etwas teurer sein, also Vorfahrt gleich mit bezahlt. Alle anderen Fahrzeuge die auf der entgegenkommenden Fahrspur entgegen kommen haben Platz zu machen. Weiter so, Black Out.

Die beiden Ampeln an den Ortseingangschildern warten schon. Bis bald am nächsten Holzkreuz und ewig grüßt die Schnelle-Medizinische-Hilfe.

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