Arbeiten am eigenen Auto: Arbeitsschutz für Hobbyschrauber

Die Wartung und Reparatur des eigenen Autos ist für viele Menschen ein beliebtes Hobby. Neben der Abwechslung zum Arbeitsalltag im Büro besteht natürlich auch ein Vorteil darin, dass die Kosten niedriger ausfallen, weil nur die Ersatzteil- und nicht die Lohnkosten getragen werden müssen. Doch die Instandsetzung in eigener Regie hat Grenzen, einige Arbeiten sollten von Hobbyschraubern wegen fehlendem Know-how und nicht vorhandener Ausrüstung den Fachleuten überlassen werden. Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sind hingegen nicht nur professionellen Schraubern vorbehalten.

Wovon der Hobbyschrauber die Finger lassen sollte

Der Austausch der Auspuffanlage, der jährliche Ölwechsel sowie das Einsetzen neuer Bremsbeläge:Quitschen Hinterachse Sofern eine Hebebühne zur Verfügung steht, können solche Tätigkeiten auch von Freizeitschraubern durchgeführt werden. Natürlich handelt es sich bei den Bremsen um ein sicherheitsrelevantes Bauteil, aufgrund der einfachen Funktionsweise sind grobe Fehler hier kaum zu erwarten.

Anders sieht es hingegen mit dem Fahrwerk aus: Um ausgeschlagenen Spurstangen, undichte Stoßdämpfer oder ermüdete Federn zu tauschen, bedarf es umfangreichen Spezialwerkzeugs. Vor allem aber besteht das Risiko, dass es hier zu schwerwiegenden Arbeitsunfällen kommt. Zudem muss damit gerechnet werden, dass das Auto später nicht mehr in der Spur läuft – Fachwerkstätten nehmen im Anschluss an solchen Arbeiten eine erneute Fahrwerkseinstellung vor. Zu erkennen ist ein solcher Mangel daran, dass der Wagen nicht mehr von alleine geradeaus fährt und mit dem Lenkrad ständig korrigiert werden muss.

Auch kompliziertere Arbeiten wie der Austausch eines Zahnriemens sollten den Profis vorbehalten bleiben, weil hier Fehler erhebliche Folgen haben können. Wird der Riemen falsch aufgesetzt, droht die Zerstörung des Ventiltriebs. Auch der simple Wechsel einer Glühlampe kann Probleme bereiten; bei einigen Fahrzeugen muss die Frontstoßstange demontiert werden, um Zugang zu Lampe zu erhalten. Sofern das Fahrzeug mit Xenon-Scheinwerfern ausgestattet ist, sollte ohnehin die Fachwerkstatt übernehmen. Aufgrund der Spannung von mehreren 10.000 V können sich bei dieser Arbeit Arbeitsunfälle mit ungewissem Ausgang ereignen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung im Fahrzeug werden den Schraubern ohnehin Grenzen gesetzt, mögliche Fehler können gar nicht erst ausgelesen und erkannt werden.

Notwendige Arbeitsschutz beim Schrauben

Doch auch bei den Arbeiten, die durchaus selbst ausgeführt werden können, sollte auf entsprechende Maßnahmen zum Arbeitsschutz geachtet werden. Zum einen sollten Arbeitshandschuhe getragen werden, um die Hände zu schützen. Häufig wird unterschätzt, wie leicht Schnittwunden beim Schrauben entstehen. Zudem besteht immer auch ein Kontakt mit Chemikalien wie Motoröl, Bremsflüssigkeit oder Bremsenreiniger zum Entfetten der Bauteile. Dieses Risiko wird häufig unterschätzt, allerdings werden die Inhaltsstoffe über die Haut aufgenommen.

Nicht weniger wichtig ist eine Schutzbrille, um die Augen vor Spritzern und Funken zu schützen, beispielsweise wenn mit einer Flex gearbeitet wird. Arbeitsschuhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie öl- und benzinresistent sind; zudem sorgt eine Stahlkappe dafür, dass der Fuß nicht gequetscht werden kann. Ein Arbeitsanzug ist nicht nur praktisch, sondern schafft zusätzliche Sicherheit. Das robuste Material ist zumeist schnittfest und schwer entflammbar.

Je nach durchgeführter Arbeit sollte auch ein Atem- und Gehörschutz nicht fehlen. Der Atemschutz ist notwendig, wenn beispielsweise zur Vorbereitung von Lackiererarbeiten geschliffen wird. Hierbei entsteht ein Staub, der keinesfalls in die Lunge gelangen sollte. Gegen den Einsatz hochaktiver Chemikalien hilft nur eine ausreichende Belüftung. Der Schutz vor dem Lärm ist zudem insbesondere beim Einsatz eines Winkelschleifers notwendig.

Arbeitsschutz: Hobbyschrauber kaum sensibilisiert

Eine besondere Problematik liegt darin, dass vielen nicht professionellen Schraubern das Wissen über die Gefahren fehlt. Während das technische Know-how oft angelesen wird, bleiben die Aspekte der Arbeitssicherheit außen vor. Eine gewisse Nachlässigkeit beim Umgang mit aggressiven Reinigungsmitteln wie Bremsenreiniger wird häufig dadurch gerechtfertigt, dass kein täglicher Kontakt zu diesen Chemikalien besteht. Auch diese Tatsache ändert allerdings nichts daran, dass der Körper einem erheblichen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt wird – worauf sich leicht verzichten ließe.

Wer also verantwortungsvoll Schrauben möchte, sollte nicht nur einige Arbeiten der Fachwerkstatt überlassen, sondern auch bei seinen eigenen Bemühungen auf hochwertige Arbeitskleidung Wert legen. Abgesehen vom Sicherheitsaspekt spricht auch die Robustheit für den Einsatz: Selbst stark verölte Arbeitsanzüge lassen sich aufgrund der Strapazierfähigkeit des Stoffs problemlos wieder reinigen, was bei üblicher Freizeitkleidung keinesfalls immer möglich ist. Aufgrund der Langlebigkeit kann sich der Kauf also am Ende auch wirtschaftlich lohnen – ein Grund mehr für die Anschaffung hochwertige Arbeitskleidung.

Schreibe einen Kommentar